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Rentenlücke

Versorgungslücke berechnen — und gezielt schließen

Ihre Rentenlücke berechnen

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Was die Rentenlücke ist — und was sie nicht ist

Die Rentenlücke ist der Abstand zwischen Ihrem Einkommensbedarf im Ruhestand und Ihrer tatsächlichen Netto-Rente. Sie ist keine amtliche Größe, sondern eine persönliche Planungszahl — und genau deshalb wird sie oft unterschätzt: Die Renteninformation nennt Bruttowerte in künftigen Preisen, gefühlt „klingt" die Zahl also größer, als ihre Kaufkraft sein wird.

Zur Einordnung: Die Standardrente nach 45 Jahren Durchschnittsverdienst liegt 2026 bei 1.913,40 € brutto — nach Abzug von Kranken- und Pflegeversicherung rund 1.677 €, bevor Steuern abgehen. Wer heute 2.500 € netto verdient und 80 % davon im Alter braucht (2.000 €), hätte selbst mit dieser Idealbiografie eine Lücke von gut 300 € — reale Erwerbsläufe mit Teilzeit- oder Ausbildungsjahren liegen meist deutlich darunter.

So rechnet der Rechner — transparent erklärt

Beispiel

400 € Lücke, 20 Jahre bis zur Rente: Kapitalbedarf 400 € × 12 × 20 = 96.000 € (bzw. rund 79.000 € mit 2 % Verzinsung im Ruhestand). Dafür braucht es bei 4 % realer Rendite eine Sparrate von rund 216 € im Monat — wer erst 10 Jahre vor der Rente startet, schon rund 537 €. Früh anfangen halbiert die Rate mehr als jedes Renditeprozent.

Drei Hebel, um die Lücke zu schließen

1. Die gesetzliche Rente selbst erhöhen. Später gehen bringt 0,5 % Zuschlag pro Monat (6 % pro Jahr) plus zusätzliche Entgeltpunkte. Seit 2026 macht die Aktivrente das Weiterarbeiten besonders attraktiv: bis 2.000 € Lohn im Monat steuerfrei. Auch freiwillige Ausgleichszahlungen ab 50 (§ 187a SGB VI) und nachgemeldete Zeiten — etwa Kindererziehung — zählen.

2. Betriebliche Altersvorsorge nutzen. Bei Entgeltumwandlung muss der Arbeitgeber mindestens 15 % zuschießen; viele zahlen mehr. Beiträge sind bis zu Grenzen steuer- und sozialabgabenfrei — dafür ist die spätere Betriebsrente beitrags- und steuerpflichtig.

3. Privat vorsorgen. Vom Sparplan auf breit gestreute Fonds über private Rentenversicherungen bis zur abbezahlten Immobilie — entscheidend sind niedrige Kosten, langer Anlagehorizont und eine Sparrate, die zur berechneten Lücke passt. Welche Mischung zu Ihnen passt, hängt von Alter, Steuern und Risikoneigung ab; unabhängige Orientierung bieten z.B. die Verbraucherzentralen. Dieser Rechner zeigt den Bedarf — er empfiehlt bewusst keine Produkte.

Startpunkt bleibt immer die eigene Zahl: Erwartete Rente aus der Renteninformation ablesen, mit dem Netto-Rentenrechner in Netto übersetzen — und oben die Lücke berechnen. Wer seine künftigen Entgeltpunkte durchspielen will, nimmt den Rentenrechner.

Häufig gestellte Fragen

Was ist die Rentenlücke?
Die Rentenlücke (Versorgungslücke) ist der Unterschied zwischen dem Einkommen, das Sie im Ruhestand brauchen, und dem, was Ihre Rente tatsächlich liefert. Als Faustformel gelten 80 % des letzten Nettoeinkommens als Bedarf — wer heute 2.500 € netto hat und 1.600 € Netto-Rente erwartet, hat eine Lücke von 400 € im Monat.
Warum reicht die gesetzliche Rente oft nicht?
Die Standardrente nach 45 Jahren Durchschnittsverdienst beträgt 2026 brutto 1.913,40 € — nach Kranken- und Pflegeversicherung rund 1.677 €, vor Steuern. Die meisten Erwerbsbiografien liegen mit Teilzeit, Ausbildungszeiten oder Lücken darunter. Das gesetzliche Rentenniveau ist zudem auf 48 % des Durchschnittslohns stabilisiert — Ihr persönlicher Bedarf liegt meist deutlich höher.
Wo finde ich meine erwartete Rente?
In der Renteninformation, die die Deutsche Rentenversicherung jährlich ab dem 27. Lebensjahr verschickt. Maßgeblich ist die mittlere Hochrechnung. Beachten Sie: Der Wert ist brutto — Kranken- und Pflegeversicherung sowie eventuell Steuern gehen noch ab. Das Netto können Sie mit unserem Netto-Rentenrechner ermitteln.
Mit welchen Annahmen rechnet der Rechner?
Alle Werte sind inflationsbereinigt in heutiger Kaufkraft gerechnet. Als Rentenbezugsdauer sind 20 Jahre angesetzt (statistische fernere Lebenserwartung ab 65). Beim Kapitalbedarf werden zwei Varianten gezeigt: ohne Verzinsung im Ruhestand und mit 2 % realer Verzinsung. Die Sparraten unterstellen 2 % bzw. 4 % reale Rendite pro Jahr — nach Kosten und Inflation.
Wie kann ich meine Rentenlücke schließen?
Drei Hebel wirken zusammen: die gesetzliche Rente erhöhen (länger arbeiten, Zuschläge von 6 % pro Aufschubjahr, freiwillige Beiträge, seit 2026 die steuerfreie Aktivrente), betriebliche Altersvorsorge mit Arbeitgeberzuschuss nutzen und privat vorsorgen — etwa mit Sparplänen oder Versicherungslösungen. Welche Mischung passt, hängt von Alter, Steuersituation und Risikoneigung ab; unabhängige Beratung bieten z.B. die Verbraucherzentralen.
Ist die 80-Prozent-Faustformel realistisch?
Sie ist ein bewährter Startpunkt: Im Ruhestand entfallen Sozialabgaben auf Lohn, Sparraten und oft Pendelkosten, dafür steigen Gesundheits- und Freizeitausgaben. Wer die Immobilie abbezahlt hat, kommt oft mit 70 % aus; wer zur Miete wohnt oder viel reisen will, sollte eher mit 90 % rechnen. Der Rechner lässt Sie das Niveau deshalb frei wählen.

Passende Rechner

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Datenstand & Quellen

Alle Berechnungen auf dieser Seite beruhen auf den amtlichen Rechengrößen der gesetzlichen Rentenversicherung. Verwendeter Stand:

Rechtsgrundlagen: Rentenformel §§ 63–68 SGB VI, Zu- und Abschläge § 77 SGB VI, Regelaltersgrenze § 35 SGB VI, Altersrente für besonders langjährig Versicherte § 38 SGB VI, Hinterbliebenenrente §§ 46, 97 SGB VI, Rentenbesteuerung § 22 EStG. Für die Ratgeberseiten außerdem: Kindererziehungszeiten §§ 56, 249 SGB VI, Erwerbsminderung §§ 43, 59, 96a SGB VI, Grundrente §§ 76g, 97a SGB VI, Aktivrente § 3 Nr. 21 EStG.

Quellen: Deutsche Rentenversicherung · SGB VI (gesetze-im-internet.de) · § 32a EStG · BMAS

Wichtiger Hinweis: Die Ergebnisse sind unverbindliche Schätzungen auf Basis Ihrer Angaben und stellen keine Renten-, Steuer- oder Finanzberatung dar. Eine verbindliche Auskunft über Ihre Rentenansprüche erteilt ausschließlich die Deutsche Rentenversicherung (kostenlose Servicenummer 0800 1000 4800).